Typografie-Basics

In der Medienbranche ist das richtige Einsetzen von Typografie unerlässlich. Sei es bei Präsentationen, Plakaten oder auf Websites.

Vorweg: Wie bei eigentlich allen gestalterischen Aufgaben, gilt auch bei der Typografie: Es muss gut aussehen und funktionieren. Spezielle Vorgaben sind nur Richtlinien – kein unbedingtes Muss.

Was ist eigentlich Typografie?

Der Duden definiert “Typografie” wie folgt:

Kunst der Gestaltung von Druck-Erzeugnissen nach ästhetischen Gesichtspunkten; Buchdruckerkunst” oder auch: “typografische Gestaltung (eines Druck-Erzeugnisses); Kurzwort: Typo”.

Typografie wird in Makro-und Mikrotypografie unterteilt:

Makrotypografie bezieht sich auf die “grobe” Erscheinung eines Textes wie z.B. Seitenformat, Satzspiegel, Proportion von Text zueinander oder auch Proportion von Text zu Bild.

Beispiel: http://typeschool.de/wp-content/uploads/2016/04/indesign-hilfslinien-erstellen-header.jpg

Mikrotypografie geht weiter ins Detail und bezeichnet makrotypografische Mittel wie z.B. die Schrift, den Buchstaben, die Schriftlaufweite oder den Zeielenabstand.

Beispiel: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/98/Typografische_Begriffe.svg/2000px-Typografische_Begriffe.svg.png

Die Schriftart, die bei uns am bekanntesten ist, ist die Antiqua. Die Antiqua gibt es in verschiedenen Ausprägungen wie z.B. : Serifenbetonte Antiquas, Serifenlose Antiquas und Linear Antiquas.

Serifenlose Linear Antiquas werden auch als Grotesk bezeichnet (z.B. Gill Sans); Serifenbetonte Linear Antiquas als Egyptienne (z.B. Rockwell).

Wie berechne ich einen guten Zeilenabstand?

Der Zeilenabstand sollte etwas so gesetzt sein, dass er dieser Formel entspricht: Schriftgröße + 20%. Wählst du also eine Schriftgröße von 12pt, solltest du berechnen: 12pt + 2,4pt ergibt 14,4pt.  

Bei kleineren Schriften sollte der Zeilenabstand etwas größer gewählt werden, bei großen Schriften etwas geringer.

Ähliches gilt hier bei den Wortabständen: Eine schmale Schrift verträgt schmalere Wortabstände.

Schriftgröße und Zeilenabstand werden in Punkt (pt) gemessen.

Was ist ein Geviert?

„Das Geviert (englisch quad) ist eine typografische Maßeinheit aus der Zeit des Bleisatzes mit beweglichen Lettern, die auch im modernen Satz am Rechner noch verwendet wird.

Das Geviert entspricht einer quadratischen (daher der Name „Geviert“, eine veraltete Form für Quadrat) nicht druckenden Fläche, deren Breite (Dickte) gleich der Höhe des Schriftkegels (der Kegelstärke) ist.“ — Quelle: Definition

Ein Geviert ist also abhängig von der Schriftart und Größe, die man wählt. Der Buchstabe, der das Geviert ausfüllt, also einem Geviert entspricht, ist das große „M“. So ist ein halbes Geviert so groß, wie der Raum, den die Hälfte eines „M“s einnimmt.

Abstände innerhalb einer Zeile werden in Geviert gemessen. 

Ein Leerzeichen entspricht ¼ Geviert.

Unterschied Laufweite und Kerning

Laufweite beeinflusst alle Abstände einer Schrift im gleichen Maße.

Kerning bezeichnet den Abstand bzw. den optischen Ausgleich eines Buchstabenpaares zueinander. Je nach Schrift kann das “mitgestaltete” Kerning als optisch unausgeglichen oder ausgeglichen wirken. Bei einer Unausgeglichenheit hilft das Kerning, das optische Gesamtbild der Buchstaben zueinander zu verbessern.

Wortabstände berechnen

Um den Lesefluss zu verbessern, sollte ein angenehmer Abstand zwischen den einzelnen Worten gewählt werden. Der Wortabstand sollte etwa ein Viertel- oder ein Drittel-Geviert betragen.

Quelle

Dieser Beitrag ist unter anderem mithilfe den Inhalten zur Veranstaltung von Herr Søren Comes „Typografie 1“ entstanden.

Merke

  • Man unterscheidet in Makro- und Mikrotypografie

  • Geviert ist eine relative Größe

  • Leerzeichen entspricht 1/4 Geviert

  • Zeilenabstand: Schriftgröße + 20%